Heute vor 15 Jahren ging Energy Sachsen auf Sendung. Damals als einziger Jugendsender in Mitteldeutschland (ausgenommen Berlin) und mit einem innovativem Konzept. Dazu erschien heute nachfolgender Artikel von Daniel Große in der Printausgabe der Leipziger Volkszeitung:
Energy Sachsen – 15 Jahre im Auf und Ab
Am 21. Juni 1993, um 12 Uhr, war Bert Braito zu hören, dann kam „Somebody to love“ von Queen. Energy Sachsen war gestartet, ein Programm das „Wirbel machen wird“, versprach Programmchef Adam Hahne. Drei Monate später wechselte er zu delta Radio nach Kiel und Wortchef Arno Köster rückte nach: „Es war abenteuerlich. Eine Woche vor Sendestart wussten wir nicht, womit wir senden werden. Dann kam gebrauchte Technik vom Lizenzgeber NRJ aus Frankreich, die in Windeseile installiert wurde.“ Auch Diana Holtorff (heute R.SA) war eine der ersten. Ihre Zeit beim Sender beschreibt sie als „puren Patriotismus. Es war ein großes Abenteuer, ein bisschen wie Zeltlager.“
Arno Köster setzte auf Namen und bewies mit (u.a.) „Nur Deutsch“ oder „Kommunikation und Krach“ Musikkompetenz. Die Leipziger DJs Raik E und Milk schufen „Stunde 0“, Olaf Schliebe machte sich mit „High Energy“ einen Namen. Die Partysendung „ExtraBrait-O“ sendete in direkter Konkurrenz zu „Maxi-Mal“. Seinerzeit kam auch das Comedyduo Stefan Barth und Tilo Liebsch zusammen. Stefan Barth, heute Radioberater und Comedyautor: „Wir waren damals alle sehr kreativ. Ich glaube, das lag auch am geringen Budget.“ In Quoten schlug sich das nicht nieder. Weder zur Mediaanalyse 1995 noch 1996 gab es Zahlen. Arno Köster musste gehen. Markus Käkenmeister kam. „Er war Verwalter statt Gestalter“, erinnert sich Jan Schlegel.
Am 17. Februar 1997 begann nach einem Brand in der Leipziger Nonnenstraße eine neue Ära mit moderner Digitaltechnik. 2000 kam dann der große Wechsel zur Quote: Friederike „Freddy“ Lippold ging auf Sendung, entdeckt von Programmchef Markus Heinker.
Am 13. Juli 2001 gab Frank Wilkat als neuer Mann auf diesem Posten einen beindruckenden Einstand: er entließ neun Mitarbeiter. Am Montag darauf fingen zwölf neue Praktikanten an. „Das Radio verliert an Emotionalität“, kommentierte damals der gekündigte Moderator Alex Huth. 2002 wurde Anja Schulze erste weibliche Programmverantwortliche, 2004 hatte Energy sieben Prozent mehr Hörer. Zwei Jahre später musste sie trotzdem gehen. Ende 2006 zog der Sender ins Leipziger Medienzentrum zur PSR-Gruppe. Dort ist seit April Thomas Wetzel Programmchef. Der will wieder mehr auf Namen setzen, die Marke Freddy ausbauen und Energy zum Kult machen. Ein Ziel, das bei derzeit 57.000 Hörern in der Stunde wohl schwer werden dürfte.
Quelle: Leipziger Volkszeitung, Printausgabe vom 21./22. Juni 2008.
Die Fotos zeigen den ersten Energy-Aufkleber zur Start-Kampagne (Vorder- und Rückseite). Danke an „Zwerg#8“ und Daniel Große.
Anmerkung: Richtig ist, dass es 1995 und 1996 keine MA-Zahlen gab. Dies war jedoch der Tatsache geschuldet, dass die Analyse für das Bundesland Sachsen durchgeführt wurde. Energy hatte damals nur Stationen in Leipzig, Dresden und Chemnitz, wodurch schon die für die Ausweisung nötige „Fallzahl“ nicht erreicht wurde. Von daher wurde erstmals 1994 und dann auch 1995 – in Kooperation mit der SLP – eine eigene Umfrage durchgeführt – damals unter der Bezeichnung „EMA Ost“. Darin wurde Energy Sachsen in den drei großen sächsischen Städten als Marktführer bei den 14 -29jährigen ausgewiesen. Insofern darf spekuliert werden, dass der Sender Mitte der 90er mehr Hörer hatte als heute …(ak)






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