Anlässlich der Hope Gala am 28. Oktober 2023 in Dresden bekam Rolf Stahlhofen für Water is Right den „Hope-Award“. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Afrika und nachhaltige Projekte einsetzen. Stahlhofen tut dies bereits seit über 20 Jahren, zunächst als Privatmann, seit 2011 mit seiner Stiftung.

Insgesamt konnte Water is Right über 5 Millionen Menschen weltweit den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. U.a. dafür gab es den Award. Die Laudatio hielt Arno Köster. Hier zum nachlesen:

Guten Abend liebe Damen und Herren,

Wasser ist der Ursprung von allem. Zu viel Wasser war der Urknall dieser wundervollen Organisation, die wir heute auszeichnen.

Dafür machen wir eine Zeitreise:

Es ist 2002, der Osten versinkt im Hochwasser. In Mannheim zückt Rolf Stahlhofen sein Notizbuch und organisiert in kürzester Zeit das grösste Benefizkonzert für die Opfer der Flut in Deutschland. Dafür gründet er mit anderen den Verein „Menschen am Fluss“ – Vorläufer von Water is Right. 2005, Eröffnung der SAP Arena in Mannheim. Rolf stellt eine Allstar-Band zusammen, lässt seine weitreichenden Kontakte spielen und die „Creme de la Creme“ sagt zu. Doch Stahlhofen wäre nicht Rolf, wenn es nicht einen guten Grund gäbe für dieses Festival – „Music with a reason“, sein Motto bis heute. Mit den Erlösen werden Solarwasserstationen in Eritrea gebaut – „Right in the middle of Nowhere“, es gab nichts an diesem Ort. Aber, wo Wasser ist, da lassen sich Menschen nieder. Heute ist dort eine kleine Stadt mit Schulen, Jobs und Infrastruktur. 

Beides wird für Rolf Stahlhofen zur Initialzündung: Mit Musik kann man etwas bewegen ! Er will sie nicht nur nutzen, um mit Menschen eine gute Zeit zu haben, sondern etwas weitergeben … Wasser wird sein Thema, nicht zuletzt weil er in Saudi Arabien und Nigeria aufgewachsen ist und dort erkannt hat, wie knapp die Ressource sein kann. Schon vor Water is Right bedient er sich eines grossen Netzwerkes, um seine Visionen zum Leben zu bringen … Eben wie es in einem seiner Songs heisst – „Du kannst was tun dagegen“.

2001 – bei den von Udo Lindenberg initiierten Festivals „Rock gegen rechte Gewalt“ haben wir – neben den Konzerten – mit allen beteiligten Künstlern zivilgesellschaftliche Initiativen in Sachsen besucht, der Herr Ministerpräsident weiss, wie wichtig deren Arbeit in den Kommunen ist. Rolf war eine der tragenden Kräften. –> Du warst dabei vor Ort, hast zugehört, leidenschaftlich diskutiert und die Menschen ermutigt nicht aufzugeben in ihrem Kampf für Vielfalt. Später hast Du mir mal erzählt: Diese und viele anderen Aktionen von Udo und auch Peter Maffay hätten Dich motiviert, auch etwas zu tun.

2007 wird Rolf Stahlhofen „Botschafter Messenger of Truth“ der UN Habitat … Manche hätten so ein Ehrenamt einfach ausgesessen.  Doch Rolf ist auch hier nicht nur Repräsentant. Er erhebt (- im wahrsten Sinne des Wortes -) seine Stimme, aktiviert sein inzwischen internationales Netzwerk und nimmt in Kenia einen Song auf: „Water is Life“. Als „Messenger of Truth“ betreibt er öffentliche Aufklärung immer in Verbindung mit Musik. Er diskutiert auf dem Weltwassertag in Kapstadt mit Lobbyisten und NGOs und dem damaligen Prinzen der Niederlande Willem Alexander. Die Premiere des 2011 in Kenia entstandene Wasser-Songs wird weltweit gesendet.

So ging es los mit Water is Right. Und wenn der Spruch irgendwo passt, dann hier: „Mitunter gebiert auch Chaos Grosses“. Denn so war es – ich kann da auch für mich sprechen – grosse Erfahrungen in Projektmanagement auf dieser Ebene hatten wir nicht. Manche würden sagen, wir waren blauäugig. Ich sage, wir waren besessen von der Idee, unseren Kindern zumindest vorzuleben, dass es sich lohnt, etwas für eine bessere Welt zu tun. Die Alternative heisst, zu Hause bleiben, auf dem Sofa sitzen – frei nach einem Deiner Songs: „Lieber nix falsch gemacht, als grosse Taten vollbracht.“ 

Falsch haben wir bestimmt vieles gemacht – aber: Rolf hat die besondere Gabe, immer die richtigen Menschen zu finden und zusammenzubringen. Partner, Pioniere oder Erfinder, so wie den Entwickler der Waterbox Thomas Willuweit, eine eigens für den Einsatz – bspsw in Afrika – konzipierte Anlage. Sie kommt bei unseren Projekten zum Einsatz.

Wir haben oft gar nicht gefragt, wie wir jetzt auf das kalkulierte Budget kommen. Wir haben einfach angefangen. Unser erstes gemeinsames Projekt in Kenia „Wasser für Bombolulu“, nach langer Planungsphase, spontan umgesetzt. Das Budget teilten wir uns, es fehlte aber noch reichlich Geld. Rolf organisierte ein Benefizkonzert in Mannheim, unsere Projekte waren gerettet. Die gemeinsame Umsetzung vor Ort in Mombasa bleibt mir unvergessen. Eure Wasseringenieurin, Powerfrau Nancy Musakale, unser Mann vor Ort Gabriel Mwabili, das wunderbare WIR Team mit Karun Koernig, als Leiter der Operationen. Viel Zeit war wenig und das ursprüngliche Konzept hat sich immer wieder geändert. So mussten wir alle Einkäufe im Laufschritt erledigen. Karun war der stetige Antreiber, präzise wie ein Uhrwerk. Unser Projektkoordinator Gabriel spricht heute noch davon, wie er mit ihm durch Mombasa von Shop zu Shop gerannt ist: Er habe noch nie so viel Sport gemacht in seinem Leben, wie damals innerhalb einer Woche. Am Ende waren wir auf den Punkt fertig und begleiten die Projekte bis heute. Rund 5000 Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und damit auch zu Bildung bekommen.

Unser beider Stiftungen ist es vor allem wichtig, Menschen und Community einzubinden, deren Verbesserungs- und Änderungswünsche einzubeziehen und so etwas Nachhaltiges zu schaffen, das sie ermächtigt, sich etwas aufzubauen, Zugang zu Bildung zu bekommen, eigenständig zu werden,- kurz: menschenwürdig zu leben … Ohne Wasser ist das alles schwer bis unmöglich.

Ich bin stolz, dass ich Water is Right von Anfang an begleiten darf und einer Eurer Botschafter bin. Rolf, ich bin ein grosser Fan Deiner Arbeit. Ich bewundere Dein Team, wie es vor Ort Menschen auf Augenhöhe begegnet, zuhört, Probleme mit den Locals gemeinsam löst und nie bevormundet. 

Wir beide haben uns in unserer Arbeit immer gegenseitig motiviert. Schon hier war es ein WIR – und ich erinnere mich noch, wie oft Du von Deinem Traum erzählt hast, ein grosses Netzwerk für das Menschenrecht auf Wasser zu schaffen und dafür noch mindestens 30 Jahre kämpfen zu wollen.

Über 5 Millionen haben bisher von der Arbeit von WIR profitiert. Und so freue ich mich sehr, dass es Dir durch hartnäckiges Dranbleiben, unermüdlichen Einsatz für das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Anlagen und vielleicht auch einem Stück Penetranz gelungen ist, nun ein schlagkräftiges Team hinter WIR zu haben, dass diese wichtige Organisation auf eine neue Stufe hebt.

Um zum Abschluss noch mal zwei Deiner Songs zu zitieren: „Es ist Zeit was zu ändern“ – aber – „Es wird besser jeden Tag“. Auch dank der weltweiten Arbeit von Water is Right, die heute mit dem diesjährigen Hope-Award ausgezeichnet wird. Herzlichen Glückwunsch.“

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Fotos: Oliver Schwan.

Eine Antwort zu „Hope Award für Water is Right ! Laudatio von Arno Köster.”.

  1. Tief beeindruckt spreche ich Euch im Namen der Menschheit einen Dank aus.
    Einfach machen,es könnte ja gut werden.
    Ihr seid ein Beispiel dafür

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